| Story Basix Musical Instruments ist ein Joint Venture zwischen dem chinesischen Hersteller, vertreten durch den Manager Yan Bin, der Firma GEWA in Mittenwald und dem Amerikaner Jack Westheimer, ein langjähriger Freund der Firma GEWA.
Das Firmengelände von Basix befindet sich in Bazhou, einem Vorort der Millionenstadt Tianjin und circa drei Autostunden vom Ortsrand von Peking entfernt. In dieser ländlichen Gegend sind Industrieunternehmen noch nicht in großer Vielzahl angesiedelt, und so stellt Basix eine willkommene Ausnahme für die Bevölkerung dar, denn weit über 500 Personen haben hier Arbeit gefunden. Ein guter Arbeitsplatz und eine entsprechende Bezahlung sind nicht überall in China gang und gäbe, und nicht umsonst hat der Bürgermeister des Ortes die Hauptzufahrtsstraße zum Werk als „Basix Road“ kennzeichnen lassen.
HISTORY
Yan Bin kam zum Schlagzeugbau durch einen staatlichen Auftrag aus dem Jahre 1980. Damals tourte eine der ersten westlichen Bands durch China, und auf deren Equipmentliste stand natürlich auch ein Drumset. Da es in ganz China zu dieser Zeit kein Schlagzeug gab, hat man dankend auf eine japanische Spende der Firma Yamaha zurückgegriffen und deren Set genutzt. Dieses Set war dann einige Zeit in China unterwegs, bis man von staatlicher Seite beschloss, eine eigene Schlagzeugproduktion unter kommunistischer Führung ins Leben zu rufen. In dieser Produktion waren auch Yan Bin sowie sein heutiger Vorarbeiter tätig. Da das Ganze jedoch nicht sonderlich effektiv war, entschloss sich Yan Bin 1993 dazu, unter eigener Regie ein neues Werk zu eröffnen und stellte 1999 erstmalig auf der Namm in Los Angeles aus, nachdem man bereits zwei Jahre vorher OEM Sets für Sam Ash in den USA gefertigt hatte.
Während dieser Namm Show lernte Stefan Hess von der GEWA Yan Bin kennen. Bei einer ersten Chinareise im Jahr 2000 wurde von Stefan Hess dann die gesamte Produktion besser durchorganisiert, vor allem lag das Augenmerk nun auf einer ständigen Verbesserung in den Bereichen Hardware, Kesselfertigung und Oberflächenbehandlung. Die Idee entstand bereits vor Jahren und sollte dem Einsteiger ein gut durchdachtes erstes Schlagzeug zu einem günstigen Kurs bieten, um die Basis dieses Instrumentes zu erlernen. Daher auch der Name Basix.
Zuerst wurde noch innerhalb des Stadtbezirks von Tianjin produziert, aber nach zwei Jahren waren hier alle Kapazitäten ausgereizt, so dass wir einen neuen Produktionsstandort benötigten und diesen in Bazhou fanden. Hier stimmten jetzt die Rahmenbedingungen, der Platz war ausreichend auch für spätere Erweiterungen, und somit stand der Entwicklung von Basix nichts mehr im Wege. In 2002 wurde bereits das Joint Venture ins Leben gerufen und vertriebsmäßig die Vereinbarung getroffen, dass die Jack Westheimer Cooperation den amerikanischen Markt betreuen würde und die GEWA für Europa und den Rest der Welt zuständig war. Yan Bin und seine Partnerin Isabella Wei führen die Geschäfte in China und halten den täglichen Kontakt zu beiden Vertrieben. Was die Produktentwicklung und das Design neuer Produkte betrifft, so liegt das komplett in den Händen der GEWA, sprich bei Stefan Hess und Winfried Holl, die von Deutschland aus agieren, aber auch regelmäßig im Werk in China zu finden sind. Die Produktionsabläufe innerhalb des Werkes werden ständig optimiert um den gesamten Ablauf der Herstellung weiterhin zu verbessern und noch effizienter zu gestalten. Das am meisten verarbeitete Holz zur Kesselproduktion ist Birke, die von einem Lieferanten aus Nordchina bezogen wird. Wir haben jedoch mittlerweile auch eigene Anteile an einem Holzwerk erstanden, was die Möglichkeiten und die Flexibilität der Herstellung noch erweitert.
Bedingt durch die ständige Zusammenarbeit mit der GEWA haben wir den Qualitätsstandard beständig verbessern können und wir arbeiten in diesem Bereich kontinuierlich weiter. Daher haben wir einen Schulungsraum eingerichtet und unterrichten hier ständig das Personal, rekrutieren spezielle Vorarbeiter, die nur für Qualitätskontrollen zuständig sind und diese mittlerweile auch akribisch vollziehen. In Bazhou werden Kessel und Hardwareteile gefertigt, lediglich die Verchromung und die Gießerei sind aus Platzgründen ausgelagert. Alles andere geschieht innerhalb der Produktionshallen in Bazhou. Als Felllieferant dient zu 80 % Remo. Nur bei ganz günstigen OEM-Produkten greifen wir auf chinesische Produkte zurück.
Production
Der Ablauf in der Herstellung beginnt mit der Vorselektion der Schichthölzer, die eben nach folierten oder lackierten Sets getrennt werden. Dann wird das Holz zugeschnitten, eingeleimt und kommt in die Heißpressen. Von diesen Pressen findet man hier einige mehr vor als üblich, einfach um die geforderten Kapazitäten zu erfüllen. Das ist auch in einigen anderen Arbeitsbereichen der Fall, wo deshalb mehr Personen für einen Arbeitsschritt eingesetzt werden. Nach der Presse werden die Kessel auf die passende Länge geschnitten, und dann geht es schon über zum Schleifen, Beizen, Lackieren und Polieren. Hier ist in der Regel viel Handarbeit erforderlich, und alle Arbeiten werden in diesen Bereichen von gut geschulten Leuten erledigt, was sich auch in der Qualität der Oberflächen z.B. bei Basix Sets niederschlägt. Was das Verbohren und Graten von Kesseln betrifft, so werden hier CNC-Maschinen verwendet. Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen sind immer Zwischenkontrollen eingerichtet, so dass die Fehlerquote möglichst niedrig gehalten wird. In der Endmontage werden die Sets dann mit Hardware bestückt, ein letztes Mal kontrolliert und poliert und hernach verpackt und versandfertig gemacht. Ähnlich arbeitsreich und effektiv geht es auch in der Hardwarefertigung zu. Hier hat die Wareneingangskontrolle einen großen Bereich, und wirklich >jedes< Teil und jede Schraube wandert durch die Hände der Kontrolleure, bevor es in die Produktion gelangt. Hier kommen ebenfalls schon viele Maschinen zum Einsatz, und dennoch überwiegt auch hier der Teil der Handarbeit, wenn es z.B. um die Fertigmontage geht.
Bazhou Basix Musical Instrument Co. Ltd, das ist China pur, und einfach eine feine Produktion mit Zukunftsvisionen. Unser Ziel ist gute Low-Budget-Schlagzeuge zu fertigen und doch entwickeln wir uns in einen Bereich hinein, wo schon Endorser wie Bernard „Pretty“ Purdy oder Danny Gottlieb die Schlagzeuge spielen und auf Workshops und Clinics präsentieren. Ein sicherlich ungewöhnlicher Weg, aber eben auch eine gute Demonstration dessen, was ein solches Produkt leisten kann. Zudem sind diese Endorser, insbesondere Danny Gottlieb, rege Ansprechpartner, wenn es um Qualitätsverbesserungen geht. Das neueste Beispiel ist die V6 Maschine, ein hervorragendes Bassdrumpedal zu erstaunlichem Kurs. Hier wurde zur Gestaltung der Trittfläche ein Designer aus der AUDI-Tuning Schmiede ABT engagiert, und das Endergebnis spricht für sich und sieht weitaus kostspieliger aus, als es letztendlich für den Verbraucher ist. Und das V12 Doppelpedal hat das Planungsstadium natürlich auch schon längst verlassen.
Dank an Heinz Kronberger von Drums & Percussion |